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Mein Freund, der Baum

Im Frühjahr musste die große alte Kastanie vor der OT gefällt werden. Für viele in der Gemeinde war das vollkommen unverständlich; der Baum gehörte schon immer zur Gemeinde und zur OT und wirkte auch nicht krank. Auch das Holz am Baumstumpf sah gesund aus - er war weder hohl, noch waren irgendwelche abstorbenen Stellen oder sonstige Anzeichen einer Krankheit erkennbar.

Nun ist endlich Ersatz gepflanzt worden. Zwei Ebereschen stehen jetzt auf dem Grünstreifen vor der OT. Noch sind es eher große Äste als "richtige" Bäume, aber in ein paar Jahren werden hier wieder Bäume stehen und uns im Sommer Schatten spenden und im Herbst als Nahrung für die Vögel dienen.

Warum Ebereschen? Eine Rosskastanie kommt aufgrund der bekannte Probleme dieser Baumart für Neupflanzungen leider nicht mehr in Frage. Ein Wunsch des Gemeindekirchenrats war ein Ahorn. Die Landschaftsbauer haben uns davon aber abgeraten. Der Grünstreifen ist so klein, dass ein großer Baum wenig Chancen hat, hier gesund aufzuwachsen. Ebereschen sind nur mittelgroße Bäume, die außerdem relativ gut mit Trockenheit und dem Straßenverkehr zurechtkommen. Das hat uns letztendlich überzeugt. Und auch die Tatsache, dass kaum ein Baum so vielen Vogelarten als Nahrung dient, ist in unseren Augen ein gutes Argument für diese Entscheidung gewesen - nicht umsonst wird die Eberesche umgangssprachlich ja auch Vogelbeere bezeichnet.

David Saß